Archiv der Kategorie: Social Media

Fotos mit „freien“ Creative Commons Lizenzen als Abzocker Falle

Der privaten und gewerbefreien Webblog burn4.com, auf dem es vor allem rund um die neuen digitalen Techniken und ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft  und den Umweltschutz geht, ist vorübergehend vom Netz genommen worden.
Grund ist eine Verlinkung auf eine Website mit einer App zur Vermeidung von Plasikmüll beim Einkaufen.
Wir hatten darüber berichtet.

burn4.com hatte den Link der Site mitsamt eines Fotos eingebunden und nach 4 Tagen eine Aufforderung von dem Fotografen Marco Verch erhalten, 318 € an ihn zu überweisen:
„im Anhang erhalten Sie Rechnung xy über 318.00 Euro für die Nutzung eines meiner Fotos auf burn4.com.“
Dieser Masche bedienen sich einige Fotografen, um an schnelles Geld zu kommen.
Sie schmeißen Unmengen Fotos auf verschiedene Plattformen wie Flickr.com mit den sogenannten „freien“ Creative Commons Lizenzen. Haken daran, die Lizenzen sind zwar frei nutzbar, aber nur unter Angabe des Urhebers und der Lizensform und mit Verlinkung  zur Quelle.
Leute wie Verch nutzen die Unkenntnis, das Unvermögen oder die Nachlässigkeit der Websitebetreiber, diese Angaben zu machen und verschicken horrende Abmahnungen.

Tückisch ist, dass es noch keine endgültige Rechtslage zu geben scheint, obwohl das Oberlandesgericht Köln bereits in einer Grundsatzentscheidung eine eindeutige Absage an diese Praxis erteilt hat:
„…… das Oberlandesgericht (OLG) Köln hat kürzlich in einer Grundsatzentscheidung (Az. 6 U 131/17) dahingehend geurteilt, dass eine Person, die ein Bild unter einer Creative Commons-Lizenz nutzt und dabei nicht die korrekten Nutzungsbedingungen einhält, nicht zur Zahlung von Schadensersatz verpflichtet werden kann…“ Der angegebene Grund dafür lautet, „dass solche Bilder, die kostenlos unter einer Creative Commons-Lizenz veröffentlicht werden, keinen wirtschaftlichen Wert besitzen… Denn der Rechteinhaber muss die Höhe seines Schadens beweisen oder eine brauchbare Grundlage für eine richterliche Schätzung bieten. Wer aber seine Fotos per CC-Lizenz verschenkt, dem entsteht folglich kein Lizenzschaden. Selbst dann nicht, wenn man bei sich auf der Webseite aus Versehen vergessen hat, den Namen des Fotografen zu nennen…“
und  des weiteren das Amtsgericht Frankfurt jüngst eine solche Klage abgewiesen hatte, würden sich anscheinend immer (noch) nicht alle Gerichte an die eindeutigen Urteile halten, wie burn4.com nun mitteilt und weiter warnt:

„Deshalb empfehlen wir allen Websitebetreibern dringend, diese Abmahnungen nicht zu ignorieren und sich Rechtsbeistand zu holen.
Man läuft in Gefahr, zwar relativ niedrige Summen an den „freundlichen“ Urheber, aber beachtliche Summen an dessen Rechtsanwalt für ein mögliches Gerichtsverfahren zahlen zu müssen.“


Grundsätzlich ist nichts gegen den Schutz des Urheberrechts einzuwenden, aber Lizenz freie Bilder im Netz zu streuen, um Kapital aus den fehlenden Bildunterschriften bei ahnungslosen Websitebetreibern schlagen zu wollen, ist offensichtlich nicht nur für hohe Gerichte unzulässig sondernin jeder Hinsicht höchst fragwürdig, denn:

„Das alles ist sehr schade, weil solche Abmahnungen die Funktion von hilfreichen Seiten wie Flickr.com im Besonderen und den CC-Lizenzen im Allgemeinen völlig zerstört haben. Es traut sich kaum noch jemand Fotos zu nutzen, die er nicht entweder gekauft oder von einer Seite mit ausschließlich gemeinfreien Bildern genommen hat. So hat sich Professor Lawrence Lessig, der Erfinder der Creative Commons, das sicher nicht vorgestellt. Er wollte nicht für mehr Abmahnungen, sondern für mehr Rechtssicherheit bei der Nutzung von digitalen Werken sorgen“, wie es bei https://tarnkappe.info/marco-verch-kostenlos-bleibt-kostenlos/ sehr treffend heißt.

 

 

Twitter #280Zeichen, das sagen die User

horizont.net zieht eine erste Billanz zur Twitterrevolution:

Die Entscheidung für längere Tweets fiel aufgrund von Testläufen und Datenanalysen. Bei diesen kam beispielsweise heraus, dass viele Beiträge aufgrund des Zeichenlimits verworfen würden und dass die Herausforderung für Nutzer zu hoch wäre, sich auf 140 Zeichen zu beschränken. Jetzt, wo es soweit ist, fallen die Reaktionen der Twitter-Nutzer sehr unterschiedlich aus. Manche kosten das neue Zeichenlimit fröhlich aus, andere vermissen die 140-Zeichen-Begrenzung jetzt schon.

So fragen manche Twitter-Nutzer bereits nach einem Classic-Twitter-Dienst, der gegen Bezahlung weiterhin 140 Zeichen bietet und ohne Werbung, Umfragen und mit Sternen statt Herzen daherkommt.

mehr

 

Social Media weltweit: 6 Diagramme zur Reichweite der größten Netzwerke

Die meisten populären Plattformen verzeichnen weiterhin ein weltweites Wachstum. Für viele Unternehmen, die noch nicht auf Social Media vertreten sind – laut Statista-Analyse sind das noch immer 68 Prozent der deutschen Unternehmen -, ein guter Grund sich Gedanken über eine eigene Präsenz zu machen.

Onlinemarketing.de veröffentlicht 6 Diagramme zur Reichweite der größten Social Media Netzwerke

mehr

Deshalb folgen User einer Marke auf Facebook

Facebook ist fester Bestandteil im Marketing-Mix einer guten Medienstrategie .
Gelesen, geliked und geteilt wird jedoch nur Content, der die User auch anspricht.
Greven Medien hat nachgefragt:

Insgesamt nutzen knapp 68 Prozent der Befragten das soziale Netzwerk. Unter den 20- bis 29-Jährigen liegt der Anteil sogar bei 92 Prozent. Und immerhin noch deutlich mehr als die Hälfte (60 Prozent) der über 60-Jährigen ist auf Facebook aktiv.

Untersucht wurde jedoch vor allem, weshalb User einer Marke auf Facebook folgen und welche Art von Inhalten sie am liebsten erhalten. 39 Prozent interessieren sich für Produktneuheiten, 37 Prozent für Unternehmensnews. Für knapp ein Drittel zählt neben dem Neuigkeitswert auch der Unterhaltungsfaktor. Daneben interessieren sich 19 Prozent für Kundenfeedback, 17 Prozent haben Spaß daran, bei Gewinnspielen mitzumachen und ein Viertel möchte dabei auch attraktive Preise gewinnen können.

mehr

Verständigung zu den Gesetzesplänen gegen Hetze im Netz

Nach viel und lauter Kritik an den Gesetzesplänen gegen Hass und Hetze im Internet haben Fachpolitiker von Union und SPD eine Verständigung erreicht. Demnach soll der Entwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) noch an einigen Stellen geändert werden.

mehr von Spiegel Online

Kritisch bleibt es allemal: Hass und Hetze will niemand, auch nicht im Netz, aber die Meinungsfreiheit darf unter keinen Umständen leiden, weil Plattformbetreiber nun enorme Strafzahlungen fürchten müssen, übervorsichtig werden und entsprechend auch unbedenkliche Beiträge löschen.

Die Frage bleibt:  Warum überlässt der Staat juristische Entscheidungen privaten Unternehmen, anstatt eine unabhängige Instanz zu schaffen, die, wie beispielsweise bei der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK), Hass und Hetze im Netz bewertet und mit Hilfe der Plattformanbieter ahndet.